
Nach 3 Nächten in Borgarnes haben Tim und ich am Sonntag aller Gemütlichkeit zum Trotz bei stürmischem Wetter und eisigen Strassen unsere Reise fortgesetzt. Die Strassen im Städtchen waren so vereist, dass unser Auto trotz Spikes rutschte und selbige auch für die Schuhe angesagt waren. Uns sind zwei Touristen (Schweizer?) begegnet, die auf echten Berg-Steigeisen durch den Ort marschierten, das sah etwas ungewöhnlich aus, war aber dem Eis angemessen…
Auf der Südseite der Snæfellsnes war es mit Windstärke 6 einfach “etwas windig”, auf der Nordseite tobte ein Sturm in Stärke 8-9 mit Böen in Stärke 12. Wer in Island unterwegs ist, schaut immer wieder auf die Webseite der isländischen Strassen- und Küstenbehörde, auf der Strassenzustand und Windstärken angezeigt werden. Oft sind Strassen wegen Wind oder Schnee gesperrt.



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Nach dem Sturm die Sonne: in sonnigem Tauwetter haben wir zuerst meinen Dezember-Hof Minni Akrar besucht und sind dann nach Áshóll weiter gefahren, wo ich im September Kartoffeln geerntet habe. Das Zusammensein mit den herzlichen und viel lachenden Menschen in Minni Akrar war wunderbar – so wunderbar, dass ich davon gar keine Fotos gemacht habe. Kein Foto vom Zusammensein, kein Foto vom der Spezialität, die Guðrún für uns gekocht hat: mit Früchten gekochte Schafsherzen. Tim musste ausserdem den fermentierten Hai probieren, und auch getrockneter Fisch, den man in jedem Supermarkt wie einen Snack kaufen kann, wurde herumgereicht.


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In Áshóll stehen wir kurz nach unserer Ankunft mit Silla im Stall und füttern die Schafe. Im September hatte ich geholfen, die Schafe, die aus den Bergen zurück geholt wurden, in den Stall zu treiben. Dabei hatte ich sie immer nur aus der Distanz und von hinten gesehen – runde Wesen mit dünnen Beinen und wenig Individualität. Diese Mal kann ich sie mir im Stall in aller Ruhe von Angesicht zu Angesicht anschauen. Obwohl die Schur schon wieder eine Weile her ist, scheinen sie ohne ihre unglaubliche Menge an Wolle ganz andere Tiere zu sein, die durchaus ihren eigenen Charakter haben. In Island gilt übrigens für Schafe, Kühe und Pferde die selbe Regel: es gibt hier nur die isländischen Rassen, die robust und dem Klima angepasst sind. Bei den Pferden und Kühen gibt es unterschiedliche Farben, bei den Schafen verschiedene Rassen – aber es sind alles Islandpferde, -kühe und -schafe.








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Morgen starten wir nach Nordosten und machen heute Nachmittag einen Abschiedsspaziergang über die Felder und am Fjord entlang. Es ist ein Januar ohne Schnee, was es am Eyjafjördur eigentlich nie gegeben hat…


Liebe Claudia,
unglaublich tolle Bilder. Besonders auch die verschieden Felle
Hg
Hanneloni
liebe Hanneloni, ich sitze gerade am Computer und so bekommst du postwendend eine Antwort: merci für deinen netten Kommentar! Ich werde das Bloggen richtig vermissen, wenn ich dann ab Dienstag in einer Woche wieder zu Hause bin…
herzliche Grüsse, Claudia
Liebe Claudia,
ja ich werde deine tollen, interessant und lernreichen Mails auch vermissen. Aber ist auch wieder schön dich hier zu sehen.
Hg Hanneloni